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Sonntag, 9. Februar 2014
Im Auto nach Kalaw
rzim22, 23:11h
7. Februar. Heute fahre ich mit dem Taxi quer durchs Land ins rund 250km entfernte Kalaw. Der kleine Ort liegt in einer Bergkette im Osten in 1300m Höhe und ist Ausgangspunkt für Trekkingtouren zum Inle-See. In habe mich gegen einen Flug entschieden, weil ich Land und Leute sehen möchte. Zeit genug habe ich. Die geplanten Tage am Strand sind gestrichen.
Unterwegs passieren wir Mount Popa. Die Pagode wurde auf der Spitze eines Kegels errichtet, der markant aus der Hügellandschaft herausragt.

Von meinem Fahrer erfahre ich, dass 777 Stufen nach oben führen. Der Ausblick soll atemberaubend sein. Ich will das gerne glauben, begnüge mich aber mit einem Foto von unten. Meine Leiste macht nach wie vor Probleme und ich will die Trekkingtour nicht zusätzlich gefährden.
Die Dörfer, die jetzt vorbeifliegen, scheinen noch ziemlich unberührt zu sein. Es kommen nicht viele Touris hier hin. Die Backpacker nehmen den Nachtbus - der Rest fliegt. Zumal das billiger ist als das Taxi. Aber dafür sehen sie nichts. Nicht die "Erdnusspresse", die, vom Ochsen angetrieben, Erdnussöl in eine Schüssel tropfen lässt. Nicht die kleine Palmzucker-Produktion, in der mit einfachsten Mitteln leckere "Pralinen" hergestellt werden.
In einer Ecke gärt die Maische vor sich hin. Daneben wird Palmschnaps gleich "auf Flasche" gebrannt.

Irgendwo unterwegs herrscht buntes Treiben auf der Straße. "You are very lucky..." sagt mein Fahrer beim Anblick hübsch geschminkter Kinder auf geschmückten Pferden und Ochsenkarren. Das ganze Dorf scheint sich hier versammelt zu haben.



Das Fest findet nur einmal im Jahr statt. Die Menschen sind sehr freundlich und lassen sich gerne fotografieren. Nach jedem Schuss wollen sie ihre Fotos sehen.

Am frühen Nachmittag wird es richtig bergig. In unzähligen Serpentinen geht es nach oben. Die Strasse ist eng, überholen schwierig. Am Rand immer wieder vorwiegend weibliche Straßenarbeiter, die die Fahrbahn verbreitern.

Wir passieren ein Schild "3600 Ft. above sea level" - weit kann es nicht mehr sein. Kalaw liegt etwas über 1300 Meter hoch.

Gegen 16 Uhr wird mir im Hotel ein leckerer Tee gereicht. Die Sonne verschwindet hinter den Bergen. Es ist schon empfindlich "schattig" hier. Ich will in der Lobby meine Emails checken - kann aber das WLAN nicht finden. "Sorry Sir, no electricity. Maybe later!" Ich schalte auf meine mobile Karte. Aber der Empfang ist so schlecht, dass die Verbindung immer wieder zusammenbricht. Adrian und Randolf aus Berlin haben dasselbe Problem. Sie sind früh um 4 mit dem Bus aus Rangun gekommen. Wir gehen zusammen in ein kleines Restaurant und gönnen uns burmesische Küche - Curry mit Huhn - und eine Flasche "Myanmar". Das Bier schmeckt garnicht so übel, obwohl mir eher nach Glühwein zumute ist.
8. Februar. Wieder habe ich Glück. Heute ist großer Markt in Kalaw. Er findet zwar alle 5 Tage statt - aber abwechselnd an vier verschiedenen Orten. Hier bringt die Landbevölkerung Blumen, Gemüse, Fleisch, Fisch und Gewürze aus eigener Produktion an den Mann. Die Auswahl ist eher spärlich.

Es ist empfindlich kalt so früh am Morgen. Die Finger sind steif und unbeweglich. Ich löse meist 2 oder 3 Fotos nacheinander aus, weil ich den Finger nicht schnell genug vom Auslöser runter bringe. An einem Stand mit warmen Sachen erstehe ich ein Paar Wollhandschuhe.

Inzwischen ist die Sonne aufgegangen. Ich treffe die beiden Berliner wieder. Wir gönnen uns einen heißen Tee in einer Kneipe am Straßenrand. Dazu gibt es Fettgebackenes, die an Fastnachtsküchle aus Omas Küche erinnern. Es schmeckt köstlich. Vor dem Hotel finden wir ein Thermometer. 7 Grad Celsius.

Die Berliner Jungs - beide um die 30 - wollen mit dem Taxi zur Shwe-Umin-Höhle. Ich hatte dieses Ziel nicht auf meinem Radar und schließe mich gerne an. Unterwegs begegnen uns immer wieder überladene Fahrzeuge, die sich bedenklich zur Seite neigen. Meist sitzen dann ganz oben noch Leute drauf.

Die Höhle hat sich im Laufe von Jahrhunderten zu einem buddhistischen Heiligtum entwickelt mit einer ständig wachsenden Zahl von Buddha-Statuen.

Richtig eng wurde es im 2. Weltkrieg, als die Landbevölkerung die Höhle als Versteck für ihre Heiligtümer nutze. Heute drängen sich über 8000 Buddha-Statuen in alle Größen in der verwinkelten Höhle. Wer möchte, kann sich noch ein Plätzchen für seinen persönlichen Buddha kaufen. Aber es ist schon sehr, sehr eng. In manchen Winkeln gibt es fast kein Durchkommen mehr.

Nach einem späten Mittagessen kommen wir an einer Werkstatt vorbei, in der burmesische Schirme hergestellt werden. Sie sind mit Papier bespannt, das an Ort und Stelle aus der Rinde des indischen Trompetenbaums gewonnen wird.

Auch die Schirm-Mechanik ist aus dem selben Holz geschnitzt. Wir sind verblüfft, wie schnell und präzise hier mit einfachsten Werkzeugen gearbeitet wird.


Ich erstehe zwei kleinere Schirme, Briefpapier und Kuverts. Obwohl ich insgeheim weiß, dass diese Briefe wohl nie geschrieben werden...!
Adrian und Randolf wollen morgen früh ihre 3 Tagestour zum Inle-See beginnen. Mein Geist ist willig - ich wäre gerne dabei. Aber 58km zu Fuß dürfte wohl zuviel sein für einen, der nach 18 Loch Golf schon müde ist. Muss mal gutbdarüber schlafen...
Unterwegs passieren wir Mount Popa. Die Pagode wurde auf der Spitze eines Kegels errichtet, der markant aus der Hügellandschaft herausragt.

Von meinem Fahrer erfahre ich, dass 777 Stufen nach oben führen. Der Ausblick soll atemberaubend sein. Ich will das gerne glauben, begnüge mich aber mit einem Foto von unten. Meine Leiste macht nach wie vor Probleme und ich will die Trekkingtour nicht zusätzlich gefährden.
Die Dörfer, die jetzt vorbeifliegen, scheinen noch ziemlich unberührt zu sein. Es kommen nicht viele Touris hier hin. Die Backpacker nehmen den Nachtbus - der Rest fliegt. Zumal das billiger ist als das Taxi. Aber dafür sehen sie nichts. Nicht die "Erdnusspresse", die, vom Ochsen angetrieben, Erdnussöl in eine Schüssel tropfen lässt. Nicht die kleine Palmzucker-Produktion, in der mit einfachsten Mitteln leckere "Pralinen" hergestellt werden.
In einer Ecke gärt die Maische vor sich hin. Daneben wird Palmschnaps gleich "auf Flasche" gebrannt.

Irgendwo unterwegs herrscht buntes Treiben auf der Straße. "You are very lucky..." sagt mein Fahrer beim Anblick hübsch geschminkter Kinder auf geschmückten Pferden und Ochsenkarren. Das ganze Dorf scheint sich hier versammelt zu haben.



Das Fest findet nur einmal im Jahr statt. Die Menschen sind sehr freundlich und lassen sich gerne fotografieren. Nach jedem Schuss wollen sie ihre Fotos sehen.

Am frühen Nachmittag wird es richtig bergig. In unzähligen Serpentinen geht es nach oben. Die Strasse ist eng, überholen schwierig. Am Rand immer wieder vorwiegend weibliche Straßenarbeiter, die die Fahrbahn verbreitern.

Wir passieren ein Schild "3600 Ft. above sea level" - weit kann es nicht mehr sein. Kalaw liegt etwas über 1300 Meter hoch.

Gegen 16 Uhr wird mir im Hotel ein leckerer Tee gereicht. Die Sonne verschwindet hinter den Bergen. Es ist schon empfindlich "schattig" hier. Ich will in der Lobby meine Emails checken - kann aber das WLAN nicht finden. "Sorry Sir, no electricity. Maybe later!" Ich schalte auf meine mobile Karte. Aber der Empfang ist so schlecht, dass die Verbindung immer wieder zusammenbricht. Adrian und Randolf aus Berlin haben dasselbe Problem. Sie sind früh um 4 mit dem Bus aus Rangun gekommen. Wir gehen zusammen in ein kleines Restaurant und gönnen uns burmesische Küche - Curry mit Huhn - und eine Flasche "Myanmar". Das Bier schmeckt garnicht so übel, obwohl mir eher nach Glühwein zumute ist.
8. Februar. Wieder habe ich Glück. Heute ist großer Markt in Kalaw. Er findet zwar alle 5 Tage statt - aber abwechselnd an vier verschiedenen Orten. Hier bringt die Landbevölkerung Blumen, Gemüse, Fleisch, Fisch und Gewürze aus eigener Produktion an den Mann. Die Auswahl ist eher spärlich.

Es ist empfindlich kalt so früh am Morgen. Die Finger sind steif und unbeweglich. Ich löse meist 2 oder 3 Fotos nacheinander aus, weil ich den Finger nicht schnell genug vom Auslöser runter bringe. An einem Stand mit warmen Sachen erstehe ich ein Paar Wollhandschuhe.

Inzwischen ist die Sonne aufgegangen. Ich treffe die beiden Berliner wieder. Wir gönnen uns einen heißen Tee in einer Kneipe am Straßenrand. Dazu gibt es Fettgebackenes, die an Fastnachtsküchle aus Omas Küche erinnern. Es schmeckt köstlich. Vor dem Hotel finden wir ein Thermometer. 7 Grad Celsius.

Die Berliner Jungs - beide um die 30 - wollen mit dem Taxi zur Shwe-Umin-Höhle. Ich hatte dieses Ziel nicht auf meinem Radar und schließe mich gerne an. Unterwegs begegnen uns immer wieder überladene Fahrzeuge, die sich bedenklich zur Seite neigen. Meist sitzen dann ganz oben noch Leute drauf.

Die Höhle hat sich im Laufe von Jahrhunderten zu einem buddhistischen Heiligtum entwickelt mit einer ständig wachsenden Zahl von Buddha-Statuen.

Richtig eng wurde es im 2. Weltkrieg, als die Landbevölkerung die Höhle als Versteck für ihre Heiligtümer nutze. Heute drängen sich über 8000 Buddha-Statuen in alle Größen in der verwinkelten Höhle. Wer möchte, kann sich noch ein Plätzchen für seinen persönlichen Buddha kaufen. Aber es ist schon sehr, sehr eng. In manchen Winkeln gibt es fast kein Durchkommen mehr.

Nach einem späten Mittagessen kommen wir an einer Werkstatt vorbei, in der burmesische Schirme hergestellt werden. Sie sind mit Papier bespannt, das an Ort und Stelle aus der Rinde des indischen Trompetenbaums gewonnen wird.

Auch die Schirm-Mechanik ist aus dem selben Holz geschnitzt. Wir sind verblüfft, wie schnell und präzise hier mit einfachsten Werkzeugen gearbeitet wird.


Ich erstehe zwei kleinere Schirme, Briefpapier und Kuverts. Obwohl ich insgeheim weiß, dass diese Briefe wohl nie geschrieben werden...!
Adrian und Randolf wollen morgen früh ihre 3 Tagestour zum Inle-See beginnen. Mein Geist ist willig - ich wäre gerne dabei. Aber 58km zu Fuß dürfte wohl zuviel sein für einen, der nach 18 Loch Golf schon müde ist. Muss mal gutbdarüber schlafen...
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