Dienstag, 4. Februar 2014
On the Road to Mandalay
Samstag früh 4:45. Der Fahrer im einzigen Taxi vor meinem Hotel in Rangun schläft tief und fest. Aber es gibt keine Gnade. Beim Check-In am Flughafen wird mir klar, dass er mir das übel genommen hat. Gefühlte 2 km Fußmarsch zur nationalen Abflughalle, weil er mich am International Terminal abgesetzt hat. Das fängt ja gut an. Statt in der erwarteten Propellermaschine sitze ich wenig später in einem recht neuen A320 der Golden Myanmar Airways. Also wohl doch ein guter Tag.
Am Flughafen nehme ich den ersten Taxifahrer, der mir vor die Füße kommt. Lustiger Typ mit Pudelmütze und Handschuhen. Auf dem Weg zum Auto wird mir klar warum. Es ist richtig kalt hier - wohl nicht viel mehr 12 Grad.

Mein Hotel liegt an der südöstlichen Ecke der alten Stadtmauer, die den ehemaligen Königspalast umgibt.

Sie hat eine Seitenlänge von knapp 2000m und ist nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Jeweils in der Mitte führt eine Brücke über den 52m breiten Stadtgraben. Ich mache mich auf zum Osteingang und erreiche nach einem weiteren Kilometer Fußmarsch den Palast im Zentrum. Oder besser gesagt das, was man nach seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg wieder aufgebaut hat.

Von einem Guide erfahre ich angesichts eines kleinen, kaum 90cm breiten "Queen Size Betts", dass die Königin immer alleine geschlafen hat.

Der König habe in ständiger Angst vor Intrigen gelebt und fast nie seine Gemächer verlassen. War natürlich auch naiv von ihm anzunehmen, dass es bei zwei Haupt- und 60 Nebenfrauen ohne Intrigen abgehen würde...!
Inzwischen bin ich reif für ein Taxi und lasse mich zum Mandalay Hill kutschieren - und zwar gleich ziemlich nach oben.


Auf dem Hügel, dem Mandalay seinen Namen verdankt, soll einst Buddha geweilt haben. Zu seiner Ehre wurden viele kleinere und eine größere Pagode errichtet. Ich genieße den Blick über die Stadt und das Hinterland und bleibe, bis die Sonne untergeht.

Nach dem Dinner laufe ich noch kurz über den wenig aufregenden Night Market, bevor ich mich auf einer Fahrradrikscha nach Hause kutschieren lasse. Es war ein langer Tag.

... comment