Donnerstag, 6. Februar 2014
Flussabwärts nach Bagan
4. Februar. Wieder eine abgebrochene Nacht. Als das Taxi kurz vor 6 Uhr in Flussnähe anhält, ist weder eine Jetty noch ein Boot zu sehen. Dafür fleißige Hände, die meinen Rucksack die Böschung runter tragen. Im Dunkeln erkenne ich einen riesigen Kahn voll mit Teakholz-Stämmen beladen. Dafür habe ich 40 Dollar gelöhnt??? "Ship leave soon - your boat come" sagt eine ältere Lady und schnappt sich mein Ticket. Ich schaue wo mein Rucksack geblieben ist und harre der Touristen, die da kommen. Es sind nicht viele, die sich einen freien Tag gönnen wollen an Deck eines Kahns, der als "fast boat" die Strecke nach Bagan in 8 bis 9 Stunden bewältigen soll. Je nach Wasserstand versteht sich. Und das Wasser steht tief in der Trockenzeit.
Kurz nach Sonnenaufgang bekomme ich nochmals einen Blick auf die Hügel von Sagaing, die mich zwei Tage zuvor ins Schwitzen gebracht haben.

Heute soll mich nichts ins Schwitzen bringen. Denn es geht flussabwärts auf einem der großen Ströme der Erde - dem Ayeyarwady - auch als Irrawaddy bekannt.
Er fließt in einer breiten Tiefebene zwischen zwei Gebirgszügen, die im Osten die Grenze zu Thailand und im Westen zu Bangladesch markieren. Bis zum gigantischen Mündungsdelta sind es noch an die 600 km - bei einer Höhen Differenz von gerade mal 60 Metern. Während der Trockenzeit ist der Wasserstand niedrig. Unser Kahn schippert kreuz und quer über den Fluss. Immer wieder stochern zwei Bootsjungen mit Bambus-Stangen im Wasser. Ich frage den Käpt'n wieviel Tiefgang wir haben. "5 Feet", sagt er. Und wie tief ist es hier? "5 Feet...!" Dass er nicht übertrieben hat merke ich eine Weile später, als wir Grundkontakt haben und im Kreis fahren müssen, um frei zu kommen.

Viel zu sehen gibt es nicht. Ab und zu kommen mit dicken Baumstämmen oder mit Reissäcken beladene Frachter vorbei. Das Leben am Ufer ist meist zu weit weg, um mit dem Tele etwas vernünftiges einzufangen.

Was auffällt ist, das jeder Quadratmeter des Ufers bepflanzt ist - mit Süßkartoffeln und Mais - und auf den letzten Metern vor dem Fluss mit Reis. Das Zeug muss bis Mai geerntet sein, weil der Pegel während der Regenzeit massiv ansteigt.

Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir Bagan.


Ich nehme das erstbeste Taxi - das heißt ich folge dem Fahrer, der "Taxi - Taxi" gerufen hat. Das Taxi entpuppt sich als klapprige Fahrrad-Rikscha. Die Wege sind sandig. Der Bursche muss mächtig strampeln. Das Hotel ist knapp 2km entfernt. Es ist brandneu und liegt direkt neben der "Restaurant-Road" mit vielen kleinen Shops und Kneipen. Hier gefällt es mir...

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